24H

green hell.

WHERE RACING.

NEVER SLEEPS.



TRACKSIDE STORY

TRACKSIDE STORY 02


24 HOURS.

NO PAUSE.



Die ADAC RAVENOL 24h Nürburgring gehören zu den bekanntesten Langstreckenrennen der Welt.


Jedes Jahr treten zahlreiche Teams und Fahrer auf dem Nürburgring an, um innerhalb von 24 Stunden möglichst viele Runden zurückzulegen.


Das Rennen begeistert Motorsportfans durch seine einzigartige Atmosphäre, die große Fahrzeugvielfalt und die anspruchsvollen Wetterbedingungen in der Eifel.


Ein besonderer Teil der Strecke ist die Nürburgring Nordschleife, die auch als „Grüne Hölle“ bekannt ist.


Mit über 20 Kilometern Länge, mehr als 70 Kurven und großen Höhenunterschieden gilt sie als eine der schwierigsten und faszinierendsten Rennstrecken der Welt.


Die Kombination aus Nordschleife und Grand-Prix-Strecke macht die 24h Nürburgring zu einer einzigartigen Herausforderung für Mensch und Maschine.

Foto: NürburgringNow

the atmosphere

frame by frame.

Pressebilder

Gruppe C Photography

TRACKSIDE STORY 02
GRÜNE HÖLLE


Das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring zählt seit 1970 zu den traditionsreichsten Langstreckenrennen der Welt. Auf der legendären Nordschleife, die Jackie Stewart einst als „Grüne Hölle“ bezeichnete, treffen Motorsportgeschichte, technische Höchstleistungen und eine weltweit einzigartige Fankultur aufeinander. Trotz meiner langjährigen Begeisterung für den Motorsport war die Ausgabe 2026 mein erster Besuch an der Nordschleife – eine Erfahrung, die alle bisherigen Motorsport-Erlebnisse deutlich übertraf. Der Mythos Nürburgring ist allgegenwärtig: in Foren, Dokumentationen und unzähligen Videos. Doch die Realität vor Ort übertrifft jede Erwartung.

Rund 360.000 Fans verwandelten die Eifel im Jahr 2026 erneut in eine Motorsport-Metropole auf Zeit. Entlang der Nordschleife entstanden unzählige Camps, Fan-Meilen und Treffpunkte, die dem Rennwochenende einen beinahe festivalartigen Charakter verliehen.

Wer noch nie vor Ort war, kann die Dimensionen dieses Ereignisses kaum erfassen.

Hier sprechen wir nicht von gewöhnlichen Campingplätzen. Entlang der Strecke entstehen jedes Jahr kleine Dörfer aus Leidenschaft und Kreativität. Umgebaute Bauwagen, mehrstöckige Plattformen, eigene Bühnen, Swimmingpools, Spanferkelgrills und aufwendig gestaltete Camps prägen das Bild. Vielerorts wirkt das Ganze wie eine einzigartige Mischung aus Motorsport, Volksfest und Festival. Es gibt kaum etwas, das es hier nicht gibt. Legendäre Zuschauerbereiche wie Brünnchen oder Schwalbenschwanz zeigen eindrucksvoll, dass die 24 Stunden Nürburgring nicht nur auf der Strecke stattfinden. Dieses Rennen lebt vor allem durch seine Fans – und von ihnen.

„Die Realität vor Ort übertrifft jede Erwartung.“

Möglich wird eine Veranstaltung dieser Größenordnung jedoch nur durch den Einsatz tausender Helfer. Streckenposten, Feuerwehren, Rettungsdienste und zahlreiche ehrenamtliche Unterstützer sorgen Jahr für Jahr für Sicherheit und einen reibungslosen Ablauf. Ihnen gebührt besonderer Dank, denn ohne sie wäre ein Rennen dieser Größenordnung schlicht nicht denkbar. Starke Nerven benötigt auch der Verkehrsdienst rund um den Nürburgring. Wer an einem Rennwochenende versucht, die Verkehrsströme rund um die Strecke zu koordinieren, braucht sprichwörtlich Nerven aus Drahtseilen.

Das bekamen auch wir zu spüren. Die tägliche Fahrt von unserer Unterkunft zum Nürburgring sollte zwar lediglich 1,5 bis 2 Stunden dauern – allerdings für die letzten vier Kilometer. Wer die 24 Stunden Nürburgring kennt, weiß: Zeit wird hier nicht in Kilometern gemessen.

Zum Glück blieb uns die oftmals langwierige Parkplatzsuche erspart. Dank eines Stellplatzes in der Tiefgarage des Ring Boulevards konnten wir direkt ins Geschehen eintauchen und uns auf das konzentrieren, worum es an diesem Wochenende wirklich geht:

MOTORSPORT. ATMOSPHÄRE. EMOTIONEN.
FRAME BY FRAME

Wer herkömmliche Rundstreckenkurse kennt, wird von der Nordschleife überrascht sein. Wenn GT3-Fahrzeuge mit weit über 200 km/h durch die engen Waldpassagen jagen, wird der Mythos Nürburgring unmittelbar erlebbar. Auf dem Weg zwischen den verschiedenen Zuschauer- und Fotopunkten hatte ich stellenweise das Gefühl, die Fahrzeuge seien nur wenige Meter entfernt. Diese außergewöhnliche Nähe verleiht dem Event eine Intensität, die ihresgleichen sucht. Das 24-Stunden-Rennen bildet den Höhepunkt des Wochenendes an der Nordschleife, ist jedoch bei weitem nicht der einzige Programmpunkt. Im Nürburgring Boulevard wurden zahlreiche Fahrzeuge ausgestellt – vom Porsche GT3 RS über das Schaeffler Innovation Taxi, einen Audi R8 LMS GT2, bis hin zu VW Golf Cup-Fahrzeugen und einem Formel-1-Boliden. Kein Wunder also, dass hier zu jeder Tageszeit reger Betrieb herrschte. Großer Andrang herrschte auch am Freitagabend in der Müllenbachschleife, als die Falken Drift Show auf dem Programm stand. Freie Plätze auf den umliegenden Tribünen waren kaum zu finden; einzig Stehplätze konnten wir uns gerade noch sichern. Nach offiziellen Angaben verfolgten rund 30.000 Fans die Show der Driftkünstler.

Ein weiterer Publikumsmagnet war das Historische Fahrerlager, in dem die Teams der Tourenwagen Legenden ihre Heimat hatten. Als die historischen DTM-Klassiker zu ihrem Rennen auf die Strecke gingen, waren die Tribünen bestens gefüllt. Fast schon in Vergessenheit geraten ist die Geräuschkulisse der teils über 30 Jahre alten Fahrzeuge.

Das ist Motorsportsound. Pur. Ungefiltert.

Bereits zwei Stunden vor dem Start des Hauptrennens waren die Haupttribüne und die AMG-Tribüne bis auf den letzten Platz gefüllt. Zum Glück hatte ich bereits einen Platz mit freier Sicht zum Fotografieren gefunden. Dann ging es in die Startaufstellung – und zu dieser erhält jeder Fan auch ohne zusätzliches Ticket Zugang. Wo sonst gibt es das? Kein Wunder also, dass der Blick von der Tribüne auf das Starterfeld zeitweise an einen Ameisenhaufen erinnerte, bevor die drei Startergruppen schließlich auf ihre Einführungsrunde gingen. Die Spannung erreichte ihren Höhepunkt, als die erste Startergruppe mit den GT3-Fahrzeugen auf die Start-und-Ziel-Gerade einbog – angeführt von den beiden Lamborghini von ABT Motorsport.

Mein Plan war es, das Feld von hinten zu fotografieren, wenn die Fahrzeuge in die erste Kurve einbogen. Angeführt vom Schaeffler „Lambogreenie“ mit der Startnummer 130 nahm das 24-Stunden-Rennen seinen Anfang. Wenig später erhielt das Fahrzeug jedoch eine Zeitstrafe von 35 Sekunden wegen eines Frühstarts – die Führung war damit wieder verloren.

Spannend verliefen auch die übrigen Rennstunden. Das Wetter in der Eifel machte seinem Ruf alle Ehre: Sonne, Wolken, Wolkenbrüche und Graupelschauer – tatsächlich war alles dabei.

Auch das Endergebnis blieb nicht von Wendungen verschont. So wurde der zweitplatzierte Lamborghini von ABT Motorsport vier Wochen nach dem Rennen aufgrund von Verstößen gegen die „Balance of Performance“ nachträglich disqualifiziert.

Nirgendwo liegen Freude und Enttäuschung näher beieinander als bei einem 24-Stunden-Rennen.

Mein Fazit

Nach über zwei Jahrzehnten im Motorsport kenne ich kein vergleichbares Rennen. Das Maß an Zugänglichkeit – offenes Fahrerlager, offenes Boxendach und frei zugängliche Startaufstellung – gepaart mit einem Rahmenprogramm, das seinesgleichen sucht, macht diese Veranstaltung einzigartig.

Die besondere Fankultur macht aus den 24 Stunden Nürburgring weit mehr als nur ein gewöhnliches Motorsportevent.

Wer die Nordschleife einmal erlebt hat, versteht ihren Mythos.

Und kommt wieder.

Bis zu den 24 Stunden Nürburgring 2027.

Jörg Russ |JRTRACKSHOT